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Read Ebook: True to a Type Vol. 2 (of 2) by Cleland Robert

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Ebook has 628 lines and 44642 words, and 13 pages

Anmerkungen zur Transkription #############################

Der vorliegende Text wurde anhand der 1826 erschienenen Ausgabe m?glichst originalgetreu wiedergegeben. Einzelne Begriffe mit offenbar vertauschten oder ?berfl?ssigen Zeichen wurden stillschweigend korrigiert. Altert?mliche und regionale Ausdr?cke wurden beibehalten, ebenso Inkonsistenzen und Wortvarianten sowie eine inkonsequente Gross- und Kleinschreibung.

Im Originaltext wurden die Anf?hrungszeichen "umgekehrt" gesetzt, d.h. ?ffnend: Anf?hrungszeichen oben; schliessend: Anf?hrungszeichen unten. Entsprechend werden in diesem Text <> verwendet; alle Anf?hrungszeichen der w?rtlichen Rede wurden sinngem?ss erg?nzt. Die ?brige Zeichensetzung wurde nur in den F?llen abge?ndert, in denen sonst der Sinn des Textes verf?lscht w?rde.

Die folgenden Passagen wurden korrigiert:

# S. 10: "Dorothe" --> "Dorothea" # S. 23: "Langengenheim" --> "Langenheim" # S. 43: "bem?the" --> "bem?hte" # S. 104: "ein , Antiquaschrift wird durch Unterstriche hervorgehoben .

Albina

das

Blumenm?dchen

von

Constanze Reinhold.

Neue, wohlfeilere Ausgabe.

N?rnberg, 1826.

bei Heinrich Haubenstricker.

Albina

das Blumenm?dchen

von

Constanze Reinhold.

<> rief eine s?sse Kinderstimme dem Secretair Langenheim nach, welcher mit einem Bund Acten unter dem Arm schnellen Schritts ?ber den Markt eilte, um auf das Rathhaus zu gehen. Unwillig ?ber den Aufenthalt, da ihn schon zu Hause der Schlag der Stunde, die ihn zur Session rief, ?berrascht hatte, blickte er um, und gewahrte ein liebliches M?dchen von ungef?hr 9 Jahren mit einem K?rbchen zierlich geordneter Blumen, welche sie ihm wiederholt mit so anmuthiger Freundlichkeit anbot, dass auch Langenheim sie freundlich anh?ren musste. Er suchte Nelken, Granaten und jel?nger jelieber zu einem sinnigen Strauss f?r sein junges Weibchen zusammen; indem schlug die Uhr wieder. Er wirft hastig dem M?dchen die Blumen wieder in den Korb, und bestellt sie nach dem Mittagessen in seine Wohnung, die er ihr genau bezeichnet. Halb ausser Athem kommt er in's Session-Zimmer und der Direktor l?sst ihn ?ber sein l?ngeres Aussenbleiben so heftig an, dass er -- aus Aerger, bleich bis in die Lippen -- nicht im Stand ist, seinen Verdruss zu unterdr?cken.

Voll tr?ber Ahnungen kam der Secretair nach Haus und theilte seiner Gattin den Vorgang mit. Therese, welcher das Gl?ck zuf?llige Reichth?mer versagt hatte, besass dagegen einen weit gr?ssern Schatz in Geist und Herzen, und eine unendliche F?lle der Liebe f?r ihren Albert. Auch jetzt verstand sie es, den Betr?bten aufzurichten und das, in ihrem Herzen herrschende Vertrauen auf die Vorsehung, recht lebendig in dem Seinigen zu erwecken; und das einfache Mittagsmahl wurde darauf mit so viel Ruhe und Zufriedenheit verzehrt, als w?re nichts unangenehmes vorgefallen. Nach Tisch kam das holde Kind mit den Blumen. Ihr bescheidener Anstand, ihr kindliches zutrauliches Wesen, so wie die regelm?ssigen Z?ge ihres freundlichen Gesichtchen bezauberten die Gattin. Albina wurde von ihnen mit Liebkosungen ?berh?uft und f?r den gew?hlten Strauss reichlich beschenkt. Sie sollte erz?hlen: allein sie wusste nichts zu sagen: als dass sie ein Findling und das Pflegkind braver aber unbemittelter Leute sey, welche, aus Frankreich emigrirt, den Garten einer vornehmen, jedoch sehr kargen Herrschaft besorgten. <> setzte das M?dchen am Schlusse hinzu und dabei f?llten sich ihre sanften blauen Augen mit Thr?nen und der niedliche Mund verzog sich zum schmerzlichen Weinen -- Therese f?hlte sich bei dieser Erz?hlung tief bewegt: denn sie wusste aus Erfahrung was es hiesse: arm zu seyn. Mit ihrer H?ndearbeit hatte sie sich als elternlose Waise mehrere Jahre auch sehr k?mmerlich ern?hrt, bis ihr g?nstiges Geschick sie in den Dienst einer trefflichen Dame brachte, welche sich auf eines ihrer G?ter zur?ckgezogen hatte, um daselbst den fr?hen Tod eines heissgeliebten Gattens zu betrauern und hier in l?ndlicher Stille sorgte sie f?r die Ausbildung der nat?rlich guten Anlagen Theresens mit der gr?ssten Treue. Langenheim, der mit Theresen verwandt, in Familien-Angelegenheiten sie zu sprechen gen?thiget war, suchte sein B?schen auf; er fand in ihr ein so vorz?gliches Wesen, dass er sich mit dem festen Entschluss von ihr trennte: ein Amt zu suchen, das ein Paar Menschen, welche ihr Gl?ck nicht in zeitlichen Ueberfluss setzen, ern?hren w?rde und dann Theresen als Weib heim zu holen. Dies geschah als er die Secretairstelle erhielt; denn auch bei ihr hatte der gebildete innige Mann einen bleibenden Eindruck gemacht und sie folgte ihm gerne. Ihre g?tige Gebietherin stattete sie reichlich aus und durch weise Sparsamkeit und Fleiss war es ihnen bei der ziemlich unbedeutenden Einnahme des Mannes doch m?glich: recht ordentlich auszukommen, ja noch Etwas ?brig zu behalten.

Der Nachmittag jenes verh?ngnisvollen Morgen war einladend sch?n, Therese bemerkte wieder einige leichte Wolken auf ihres Gatten Stirne; freundlich trat sie daher zu ihm an den Schreibtisch und sagte: <> Langenheim zog die treu besorgte Gattin an sein Herz und dankte ihr mit einem innigen Kusse; packte dann seine Schreibereien zusammen und wandelte mit ihr zur Stadt hinaus. Unterwegs kam das Gespr?ch wieder auf Albinen und es wurde beschlossen, den Garten aufzusuchen, wo sie sich aufhielt, um auch ihre Pflegeltern kennen zu lernen. Albinens Freude war unbeschreiblich als sie hinkamen und gesch?ftigt reinigte sie mit ihrer Sch?rze den besten Stuhl im kleinen St?bchen, um ihn Theresen zum Sitz anzubiethen. Doch sie und ihr Gatte zogen vor, in dem sch?n angelegten grossen Garten zu gehen. Hier erfuhren sie nun in der Unterhaltung mit den wackern G?rtnersleuten: dass Albina als ein Kind in Windeln vor die Gartenth?r in einen Korb gesetzt worden sey. <> <> sagte Langenheim ger?hrt, <> setzte er fragend hinzu da gl?nzten des Mannes Augen vor Freude und er rief aus: <> so endigte Paul und grosse Thr?nen tr?ufelten ihm ?ber die braune Wange. Als Langenheim auf dem R?ckweg der Gattin das Gespr?ch mit dem G?rtner mittheilte, sagte diese: <> Langenheim willigte gerne ein und Albina konnte immer die bestimmten Tage kaum erwarten, an welchen sie einige Stunden Theresens gr?ndlichen und liebevollen Unterricht geniessen durfte.

Die schleunige R?ckantwort des Finanzrath Volkmar's enthielt den Ruf an Langenheim zur eben vacanten Secretairs-Stelle in jenem Fache, und die Aufforderung sich unverz?glich an den Ort seiner Bestimmung zu begeben. Der Assessor eilte mit dieser frohen Botschaft unges?umt zu seinem G?nstling und fand sich f?r seine sch?ne That reich belohnt in dem wiederhergestellten Gl?ck der ger?hrten Gatten, welche keine Worte finden konnten, ihre Gef?hle auszudr?cken.

Albina war gerade zugegen, als Freiberg den Brief vorlas; ihr entfiel das Strickzeug als sie von Langenheims baldiger Abreise h?rte; endlich entfernte sie sich. Als nun der g?tige Freund weggegangen und die ersten Ergiessungen der Herzen zwischen den Ehegatten vor?ber waren, vermisste man Albina. Therese fand sie im kleinen Hofraum, den sie h?nderingend durchschritt und dabei laut weinte. <> frug jene. <> <> sagte Therese beschwichtigend und f?hrte sie ins Zimmer zur?ck, nahm ihren Gatten beiseite und das Resultat ihres kurzen Gespr?chs war -- Albinen mitzunehmen. Bei der gr?ssern Einnahme, zu welcher sie die Aussicht hatten, schien es ihnen ausf?hrbar sich um Albinen auf diese Weise verdient machen zu k?nnen. Des M?dchens Entz?cken, als ihr dies kund gethan wurde, ?berstieg alle Beschreibung; sie jubelte laut, fiel einmal Theresen, dann wieder ihren Gatten um den Hals und gelobte eine recht gute Tochter zu werden.

R?hrend war Langenheims Abschied von seinem f?r ihn so treubesorgten Freund; noch r?hrender Albinens Trennung von Vater Paul und Mutter Dorothea. So sehr beide mit freudiger Theilnahme einsahen, dass jener ein weit gl?cklicheres Loos zu Theil werden w?rde, als sie je bei ihnen hoffen konnte, so sehr sie mit Dank erkennen mussten, eine Kostg?ngerin weniger zu haben: so war ihnen doch das liebe Pflegkind so theuer, dass der Abschied sie recht tief betr?bte. Auch Albina war sehr bewegt und konnte nicht aufh?ren den guten Eltern f?r alle Wohlthaten zu danken. <> sagte sie, <> so war es auch. Die Leute waren von keiner gemeinen Herkunft und so genossen ihre Kinder, mit ihnen auch Albina, eine bessere Erziehung, als bei andern ihres Gleichen gew?hnlich der Fall ist. Letzteres hatte mit den gr?ssern Geschwistern vom Vater Paul in den langen Winterabenden und an Sonnt?gen fertig lesen, schreiben auch rechnen gelernt und war durch Lehre und Beispiel der wackern Pflegeltern in allem Guten best?rkt worden, wozu sie die nat?rliche Anlage schon hatte.

Therese schrieb ihr Benehmen der Neuheit des Gegenstands zu und ermahnte im Nachhausgehen Albina leise: dem Vater nichts von dem Eindruck zu sagen, welchen der erste Genuss des Schauspiels auf sie gemacht hatte, es m?chte ihm Verstimmung, und ihr seinen Tadel zuziehen.

Bei dem 2ten Deb?t der Schauspielerin ward Langenheim von Volkmar aufgefordert, mit ihm das Theater zu besuchen. Er konnte nicht ausweichen ohne unartig zu seyn. Das Schauspielhaus war gedr?ckt voll; selbst in der Loge, wo sie sich befanden waren mehr Personen als eigentlich seyn sollte. Auf diese Weise blieb Langenheim ganz hinten an der Th?re stehen: jedoch als die Schauspielerin auftritt und einige Worte spricht, dr?ngt er sich vor, wirft einen Blick auf die B?hne, ergreift die Hand des neben ihn stehenden Barons, die er krampfhaft dr?ckt, sagt ihm ins Ohr: <> und st?rzt zur Loge hinaus.

Er traf zu Hause Niemanden. Die Frauenzimmer waren in einer Theevisite. Langenheim schliesst sich in sein Zimmer ein und k?mpft mit seinem aufgeregten Innern.

<> -- ruft er aus und schreitet heftig im Zimmer auf und ab.

Ein Diener, der seinen Herrn sprechen wollte, fand das Gemach verschlossen und s?umte nicht, es sogleich Theresen bei ihrer Zur?ckkunft zu melden. Als sie ihre sanfte Stimme vor der Zimmerth?re ihres Gatten h?ren liess, ?ffnete er dieselbe, aber ach! was erwartete sie hier. Bei dem tr?ben Schimmer einer lang hinunter gebrannten Kerze, schien sein blasses Antlitz eher einem Todten als einem Lebendigen anzugeh?ren, seine Arme hingen schlaff herunter und sein scheuer Blick vermied den ihrigen. <> rief die Erschrockene. Statt der Antwort st?rzte er zu ihren F?ssen und Therese f?hlte den brennenden Fieberhauch seines Mundes auf ihrer Hand. <> fuhr Therese fort und zitterte am ganzen K?rper. <> jammerte Langenheim; sprang auf, rang die H?nde, warf sich auf das Sopha und verh?llte sein Gesicht in die Kissen. Die best?rzte Gattin hielt ihn fest umschlungen und beschwor ihn mit den z?rtlichsten Ausdr?cken, sie von dem peinlichen Zustand der Ungewissheit zu befreien und seinen Kummer ihr zu entdecken. <> setzte sie tief bewegt hinzu. Lange bat sie vergebens. Endlich richtete er sich langsam auf, fuhr mit der Hand ?ber die heisse Stirn und sagte, indem er den Blick finster auf die Erde heftete: <> Dabei sank er mit dem Kopf auf Theresens Schulter und presste ihre Hand an sein laut pochendes Herz. <> frug die Gattin ahnungsvoll um ihm bei seiner Mittheilung entgegen zu kommen. <> fl?sterte Langenheim, <> -- Therese zitterte. -- <> fuhr jener fort; <> sagte er, indem er auf die Brust deutete.

Therese hatte w?hrend der Erz?hlung m?hsam nach Fassung gerungen, denn der s?sse Wahn: dass sie ~alleine~ Alberts Herz besessen habe, war zerst?rt, ihr felsenfestes Vertrauen auf seine Treue die sie nach der ihrigen mass, war ersch?ttert und die Aussicht in ihre h?usliche Zukunft schien ihr in diesem Augenblick getr?bt. Jedoch, wer vermag den Grad der St?rke der Liebe eines edlen Weibes zu bestimmen! -- Schwer ist der Streit eines Helden mit ?ussern Feinden, ungleich schwerer der, jener weiblichen Heldinen, mit den innern Gegnern! aber -- ihr Panier ist die Liebe! mit diesem k?mpfen und siegen -- sie dulden, sie tragen, sie verl?ugnen sich selbst und erm?den nicht bei den fortw?hrenden Forderungen ~der~ Pflichten, welche sie aus Liebe ?bernommen haben. Auch Therese duldete keine andere Empfindung in ihrem Herzen. Sie war bald wieder mit sich ganz einig und strebte nur noch die letzte Regung einer vor?bergehenden Wehmuth in sich nieder zu k?mpfen, als Langenheim endigte.

Nach einer kurzen Pause sagte sie sanft: <> <> rief Langenheim, warf sich vor ihr auf die Kniee und bedeckte ihre Hand mit K?ssen.

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