Read Ebook: True to a Type Vol. 2 (of 2) by Cleland Robert
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Ebook has 628 lines and 44642 words, and 13 pages
Anmerkungen zur Transkription #############################
Der vorliegende Text wurde anhand der 1826 erschienenen Ausgabe m?glichst originalgetreu wiedergegeben. Einzelne Begriffe mit offenbar vertauschten oder ?berfl?ssigen Zeichen wurden stillschweigend korrigiert. Altert?mliche und regionale Ausdr?cke wurden beibehalten, ebenso Inkonsistenzen und Wortvarianten sowie eine inkonsequente Gross- und Kleinschreibung.
Im Originaltext wurden die Anf?hrungszeichen "umgekehrt" gesetzt, d.h. ?ffnend: Anf?hrungszeichen oben; schliessend: Anf?hrungszeichen unten. Entsprechend werden in diesem Text <
Die folgenden Passagen wurden korrigiert:
# S. 10: "Dorothe" --> "Dorothea" # S. 23: "Langengenheim" --> "Langenheim" # S. 43: "bem?the" --> "bem?hte" # S. 104: "ein , Antiquaschrift wird durch Unterstriche hervorgehoben .
Albina
das
Blumenm?dchen
von
Constanze Reinhold.
Neue, wohlfeilere Ausgabe.
N?rnberg, 1826.
bei Heinrich Haubenstricker.
Albina
das Blumenm?dchen
von
Constanze Reinhold.
<
Voll tr?ber Ahnungen kam der Secretair nach Haus und theilte seiner Gattin den Vorgang mit. Therese, welcher das Gl?ck zuf?llige Reichth?mer versagt hatte, besass dagegen einen weit gr?ssern Schatz in Geist und Herzen, und eine unendliche F?lle der Liebe f?r ihren Albert. Auch jetzt verstand sie es, den Betr?bten aufzurichten und das, in ihrem Herzen herrschende Vertrauen auf die Vorsehung, recht lebendig in dem Seinigen zu erwecken; und das einfache Mittagsmahl wurde darauf mit so viel Ruhe und Zufriedenheit verzehrt, als w?re nichts unangenehmes vorgefallen. Nach Tisch kam das holde Kind mit den Blumen. Ihr bescheidener Anstand, ihr kindliches zutrauliches Wesen, so wie die regelm?ssigen Z?ge ihres freundlichen Gesichtchen bezauberten die Gattin. Albina wurde von ihnen mit Liebkosungen ?berh?uft und f?r den gew?hlten Strauss reichlich beschenkt. Sie sollte erz?hlen: allein sie wusste nichts zu sagen: als dass sie ein Findling und das Pflegkind braver aber unbemittelter Leute sey, welche, aus Frankreich emigrirt, den Garten einer vornehmen, jedoch sehr kargen Herrschaft besorgten. <
Der Nachmittag jenes verh?ngnisvollen Morgen war einladend sch?n, Therese bemerkte wieder einige leichte Wolken auf ihres Gatten Stirne; freundlich trat sie daher zu ihm an den Schreibtisch und sagte: <
Die schleunige R?ckantwort des Finanzrath Volkmar's enthielt den Ruf an Langenheim zur eben vacanten Secretairs-Stelle in jenem Fache, und die Aufforderung sich unverz?glich an den Ort seiner Bestimmung zu begeben. Der Assessor eilte mit dieser frohen Botschaft unges?umt zu seinem G?nstling und fand sich f?r seine sch?ne That reich belohnt in dem wiederhergestellten Gl?ck der ger?hrten Gatten, welche keine Worte finden konnten, ihre Gef?hle auszudr?cken.
Albina war gerade zugegen, als Freiberg den Brief vorlas; ihr entfiel das Strickzeug als sie von Langenheims baldiger Abreise h?rte; endlich entfernte sie sich. Als nun der g?tige Freund weggegangen und die ersten Ergiessungen der Herzen zwischen den Ehegatten vor?ber waren, vermisste man Albina. Therese fand sie im kleinen Hofraum, den sie h?nderingend durchschritt und dabei laut weinte. <
R?hrend war Langenheims Abschied von seinem f?r ihn so treubesorgten Freund; noch r?hrender Albinens Trennung von Vater Paul und Mutter Dorothea. So sehr beide mit freudiger Theilnahme einsahen, dass jener ein weit gl?cklicheres Loos zu Theil werden w?rde, als sie je bei ihnen hoffen konnte, so sehr sie mit Dank erkennen mussten, eine Kostg?ngerin weniger zu haben: so war ihnen doch das liebe Pflegkind so theuer, dass der Abschied sie recht tief betr?bte. Auch Albina war sehr bewegt und konnte nicht aufh?ren den guten Eltern f?r alle Wohlthaten zu danken. <
Therese schrieb ihr Benehmen der Neuheit des Gegenstands zu und ermahnte im Nachhausgehen Albina leise: dem Vater nichts von dem Eindruck zu sagen, welchen der erste Genuss des Schauspiels auf sie gemacht hatte, es m?chte ihm Verstimmung, und ihr seinen Tadel zuziehen.
Bei dem 2ten Deb?t der Schauspielerin ward Langenheim von Volkmar aufgefordert, mit ihm das Theater zu besuchen. Er konnte nicht ausweichen ohne unartig zu seyn. Das Schauspielhaus war gedr?ckt voll; selbst in der Loge, wo sie sich befanden waren mehr Personen als eigentlich seyn sollte. Auf diese Weise blieb Langenheim ganz hinten an der Th?re stehen: jedoch als die Schauspielerin auftritt und einige Worte spricht, dr?ngt er sich vor, wirft einen Blick auf die B?hne, ergreift die Hand des neben ihn stehenden Barons, die er krampfhaft dr?ckt, sagt ihm ins Ohr: <
Er traf zu Hause Niemanden. Die Frauenzimmer waren in einer Theevisite. Langenheim schliesst sich in sein Zimmer ein und k?mpft mit seinem aufgeregten Innern.
<
Ein Diener, der seinen Herrn sprechen wollte, fand das Gemach verschlossen und s?umte nicht, es sogleich Theresen bei ihrer Zur?ckkunft zu melden. Als sie ihre sanfte Stimme vor der Zimmerth?re ihres Gatten h?ren liess, ?ffnete er dieselbe, aber ach! was erwartete sie hier. Bei dem tr?ben Schimmer einer lang hinunter gebrannten Kerze, schien sein blasses Antlitz eher einem Todten als einem Lebendigen anzugeh?ren, seine Arme hingen schlaff herunter und sein scheuer Blick vermied den ihrigen. <
Therese hatte w?hrend der Erz?hlung m?hsam nach Fassung gerungen, denn der s?sse Wahn: dass sie ~alleine~ Alberts Herz besessen habe, war zerst?rt, ihr felsenfestes Vertrauen auf seine Treue die sie nach der ihrigen mass, war ersch?ttert und die Aussicht in ihre h?usliche Zukunft schien ihr in diesem Augenblick getr?bt. Jedoch, wer vermag den Grad der St?rke der Liebe eines edlen Weibes zu bestimmen! -- Schwer ist der Streit eines Helden mit ?ussern Feinden, ungleich schwerer der, jener weiblichen Heldinen, mit den innern Gegnern! aber -- ihr Panier ist die Liebe! mit diesem k?mpfen und siegen -- sie dulden, sie tragen, sie verl?ugnen sich selbst und erm?den nicht bei den fortw?hrenden Forderungen ~der~ Pflichten, welche sie aus Liebe ?bernommen haben. Auch Therese duldete keine andere Empfindung in ihrem Herzen. Sie war bald wieder mit sich ganz einig und strebte nur noch die letzte Regung einer vor?bergehenden Wehmuth in sich nieder zu k?mpfen, als Langenheim endigte.
Nach einer kurzen Pause sagte sie sanft: <Add to tbrJar First Page Next Page
