Read Ebook: Das Marien-Leben by Rilke Rainer Maria
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Ebook has 94 lines and 26380 words, and 2 pages
Aber : Er erfreut.
Rast auf der Flucht in ?gypten
Diese, die noch eben atemlos flohen mitten aus dem Kindermorden: o, wie waren sie unmerklich gross ?ber ihrer Wanderschaft geworden.
Kaum noch dass im scheuen R?ckw?rtsschauen ihres Schreckens Not zergangen war, und schon brachten sie auf ihrem grauen Maultier ganze St?dte in Gefahr;
denn sowie sie, klein im grossen Land, -- fast ein Nichts -- den starken Tempeln nahten, platzten alle G?tzen wie verraten und verloren v?llig den Verstand.
Ist es denkbar, dass von ihrem Gange alles so verzweifelt sich erbost? und sie wurden vor sich selber bange, nur das Kind war namenlos getrost.
Immerhin, sie mussten sich dar?ber eine Weile setzen. Doch da ging -- sieh: der Baum, der still sie ?berhing, wie ein Dienender zu ihnen ?ber:
er verneigte sich. Derselbe Baum, dessen Kr?nze toten Pharaonen f?r das Ewige die Stirnen schonen, neigte sich. Er f?hlte neue Kronen bl?hen. Und sie sassen wie im Traum.
Von der Hochzeit zu Kana
Konnte sie denn anders, als auf ihn stolz sein, der ihr Schlichtestes versch?nte? War nicht selbst die hohe, grossgew?hnte Nacht wie ausser sich, da er erschien?
Ging nicht auch, dass er sich einst verloren, unerh?rt zu seiner Glorie aus? Hatten nicht die Weisesten die Ohren mit dem Mund vertauscht? Und war das Haus
nicht wie neu von seiner Stimme? Ach sicher hatte sie zu hundert Malen ihre Freude an ihm auszustrahlen sich verwehrt. Sie ging ihm staunend nach.
Aber da bei jenem Hochzeitsfeste, als es unversehns an Wein gebrach, -- sah sie hin und bat um eine Geste und begriff nicht, dass er widersprach.
Und dann tat er's. Sie verstand es sp?ter, wie sie ihn in seinen Weg gedr?ngt: denn jetzt war er wirklich Wundert?ter, und das ganze Opfer war verh?ngt,
unaufhaltsam. Ja, es stand geschrieben. Aber war es damals schon bereit? Sie: sie hatte es herbeigetrieben in der Blindheit ihrer Eitelkeit.
An dem Tisch voll Fr?chten und Gem?sen freute sie sich mit und sah nicht ein, dass das Wasser ihrer Tr?nendr?sen Blut geworden war mit diesem Wein.
Vor der Passion
O hast du dies gewollt, du h?ttest nicht durch eines Weibes Leib entspringen d?rfen: Heilande muss man in den Bergen sch?rfen, wo man das Harte aus dem Harten bricht.
Tut dir's nicht selber leid, dein liebes Tal so zu verw?sten? Siehe meine Schw?che; ich habe nichts als Milch- und Tr?nenb?che, und du warst immer in der ?berzahl.
Mit solchem Aufwand wardst du mir verheissen. Was tratst du nicht gleich wild aus mir hinaus? Wenn du nur Tiger brauchst, dich zu zerreissen, warum erzog man mich im Frauenhaus,
ein weiches reines Kleid f?r dich zu weben, darin nicht einmal die geringste Spur von Naht dich dr?ckt --: so war mein ganzes Leben und jetzt verkehrst du pl?tzlich die Natur.
Piet?
Jetzt wird mein Elend voll, und namenlos erf?llt es mich. Ich starre wie des Steins Inneres starrt. Hart wie ich bin, weiss ich nur Eins: Du wurdest gross -- .... und wurdest gross, um als zu grosser Schmerz ganz ?ber meines Herzens Fassung hinauszustehn. Jetzt liegst du quer durch meinen Schoss, jetzt kann ich dich nicht mehr geb?ren.
Stillung Mari? mit dem Auferstandenen
Was sie damals empfanden: ist es nicht vor allen Geheimnissen s?ss und immer noch irdisch: da er, ein wenig blass noch vom Grab, erleichtert zu ihr trat: an allen Stellen erstanden. O zu ihr zuerst. Wie waren sie da unaussprechlich in Heilung. Ja sie heilten, das war's. Sie hatten nicht n?tig, sich stark zu ber?hren. Er legte ihr eine Sekunde kaum seine n?chstens ewige Hand an die frauliche Schulter. Und sie begannen still wie die B?ume im Fr?hling, unendlich zugleich, diese Jahreszeit ihres ?ussersten Umgangs.
Vom Tode Mari?
Derselbe grosse Engel, welcher einst ihr der Geb?rung Botschaft niederbrachte, stand da, abwartend dass sie ihn beachte, und sprach: Jetzt wird es Zeit, dass du erscheinst. Und sie erschrak wie damals und erwies sich wieder als die Magd, ihn tief bejahend. Er aber strahlte, und unendlich nahend, schwand er wie in ihr Angesicht -- und hiess die weithin ausgegangenen Bekehrer zusammenkommen in das Haus am Hang, das Haus des Abendmahls. Sie kamen schwerer und traten bange ein: Da lag, entlang die schmale Bettstatt, die in Untergang und Auserw?hlung r?tselhaft Getauchte, ganz unversehrt, wie eine Ungebrauchte, und achtete auf englischen Gesang. Nun da sie alle hinter ihren Kerzen abwarten sah, riss sie vom ?bermass der Stimmen sich und schenkte noch von Herzen die beiden Kleider fort, die sie besass, und hob ihr Antlitz auf zu dem und dem ... .
Sie aber legte sich in ihre Schw?che und zog die Himmel an Jerusalem so nah heran, dass ihre Seele nur, austretend, sich ein wenig strecken musste: schon hob er sie, der alles von ihr wusste, hinein in ihre g?ttliche Natur.
Wer hat bedacht, dass bis zu ihrem Kommen der viele Himmel unvollst?ndig war? Der Auferstandne hatte Platz genommen, doch neben ihm, durch vierundzwanzig Jahr, war leer der Sitz. Und sie begannen schon sich an die reine L?cke zu gew?hnen, die wie verheilt war, denn mit seinem sch?nen Hin?berscheinen f?llte sie der Sohn.
So ging auch sie, die in die Himmel trat, nicht auf ihn zu, so sehr es sie verlangte; dort war kein Platz, nur Er war dort und prangte mit einer Strahlung, die ihr wehe tat. Doch da sie jetzt, die r?hrende Gestalt, sich zu den neuen Seligen gesellte und unauff?llig, licht zu licht, sich stellte, da brach aus ihrem Sein ein Hinterhalt von solchem Glanz, dass der von ihr erhellte Engel geblendet aufschrie: Wer ist die? Ein Staunen war. Dann sahn sie alle, wie Gott-Vater oben unsern Herrn verhielt, so dass, von milder D?mmerung umspielt, die leere Stelle wie ein wenig Leid sich zeigte, eine Spur von Einsamkeit, wie etwas, was er noch ertrug, ein Rest irdischer Zeit, ein trockenes Gebrest --. Man sah nach ihr: sie schaute ?ngstlich hin, weit vorgeneigt, als f?hlte sie: ich bin sein l?ngster Schmerz --: und st?rzte pl?tzlich vor. Die Engel aber nahmen sie zu sich und st?tzten sie und sangen seliglich und trugen sie das letzte St?ck empor.
Doch vor dem Apostel Thomas, der kam da es zu sp?t war, trat der schnelle l?ngst darauf gefasste Engel her und befahl an der Begr?bnisstelle:
Dr?ng den Stein beiseite. Willst du wissen, wo die ist, die dir das Herz bewegt: Sieh: sie ward wie ein Lavendelkissen eine Weile da hineingelegt,
dass die Erde k?nftig nach ihr rieche in den Falten wie ein feines Tuch. Alles Tote , alles Sieche ist bet?ubt von ihrem Wohlgeruch.
Schau den Leinwand: wo ist eine Bleiche, wo er blendend wird und geht nicht ein? Dieses Licht aus dieser reinen Leiche war ihm kl?render als Sonnenschein.
Staunst du nicht, wie sanft sie ihm entging? Fast als w?r sie's noch, nichts ist verschoben. Doch die Himmel sind ersch?ttert oben: Mann, knie hin und sieh mir nach und sing.
Anmerkung zur Transkription:
Das Inhaltsverzeichnis befindet sich im Original am Ende des Buches und wurde an den Anfang verschoben.
But here's our Governess; Now I expect a storme.
WOMEN.
The Scene, London.
are that Arrow.
You see the worst of my nose, forsooth.
SONG.
Have I with you!
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