bell notificationshomepageloginedit profileclubsdmBox

Read Ebook: Geschichte der Belagerung Eroberung und Zerstörung Magdeburg's by Guericke Otto Von Hoffmann Friedrich Wilhelm Editor

More about this book

Font size:

Background color:

Text color:

Add to tbrJar First Page Next Page

Ebook has 601 lines and 35916 words, and 13 pages

Editor: Friedrich Wilhelm Hoffmann

####################################################################

Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1860 erschienenen Buchausgabe so weit wie m?glich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungew?hnliche und altert?mliche Schreibweisen bleiben gegen?ber dem Original unver?ndert; fremdsprachliche Zitate wurden nicht korrigiert.

Die Abk?rzung f?r ,et cetera' mit tironischer Note f?r ,et' wurde hier als ,etc.' dargestellt. Umlaute in Grossbuchstaben wurden in der gedruckten Fassung als ihre Umschreibungen dargestellt ; dies wurde so beibehalten.

Fussnoten wurden an das Ende des Texts verschoben; die ,Liste der Subscribenten' wurde der ?bersichtlichkeit halber vom Bearbeiter an das Ende des Buches gestellt. Wie im Original, werden im laufenden Text, aber nicht in den Fussnoten, die Anmerkungen des Herausgebers in Klammern mit einer kleineren Schriftgr?sse versehen.

Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet:

~ ####################################################################

Geschichte

der

Belagerung, Eroberung und Zerst?rung

Magdeburg's

Otto von Guericke,

Churf?rstlich-Brandenburgischem Rath und B?rgermeister besagter Stadt.

Aus der Handschrift zum Erstenmale ver?ffentlicht

Friedrich Wilhelm Hoffmann,

Verfasser der ,,Geschichte der Stadt Magdeburg."

Magdeburg, 1860.

Emil Baensch, Hof-Buchh?ndler Sr. Majest?t des K?nigs.

Vorbemerkung.

Das hier zum Erstenmale der Oeffentlichkeit ?bergebene Manuscript unserer Stadtbibliothek -- eine von der Hand seines Schreibers gefertigte, aber sorgf?ltig von ihm selbst verbesserte Reinschrift -- bildet eigentlich den dritten Theil der von Otto +von Guericke+ hinterlassenen Geschichte der Stadt Magdeburg. Von dem Autographon des Verfassers existiren noch die ersten sechs Bogen, welche manches in der Copie Weggebliebene enthalten, das, so weit es f?r den Leser von Interesse, in dem gegenw?rtigen Abdrucke unter dem Texte gegeben und, zum Unterschiede von den Anmerkungen, welche ich hinzugef?gt, mit dem Buchstaben G bezeichnet ist.

Der erste Theil des +Guericke+schen Geschichtswerkes war keine eigene Arbeit des ber?hmten Mannes, sondern es bildete denselben ein von ihm mit Anmerkungen und Zus?tzen bereichertes Exemplar der magdeburgischen Chronik des vormaligen hiesigen Predigers Joh. Pomarius . Der verstorbene Superintendent Rathmann zu Pechau hat denselben noch in H?nden gehabt und f?r seine Geschichte der Stadt Magdeburg benutzt; er ist aber seitdem spurlos verschwunden. Der zweite Theil -- den Zeitraum von 1585 bis 1630 umfassend und, ohne Zweifel, ganz aus +Guericke+'s Feder geflossen -- befand sich schon damals nicht mehr in der Stadt-Bibliothek und muss also schon fr?her, wo noch keine so sorgsamen Augen, als jetzt, ?ber die der letzteren angeh?rigen literarischen Sch?tze gewacht haben, verloren gegangen sein.

Hinsichtlich des hier gegebenen Abdrucks der Handschrift habe ich nur zu bemerken, dass bei demselben, da er f?r einen gr?sseren Leserkreis bestimmt ist, dem mit einer diplomatisch genauen Beibehaltung der alten Orthographie wenig gedient sein m?chte, die jetzt ?bliche Wortschreibung gew?hlt, auch hier und da bei einem ganz ausser Gebrauch gekommenen und heutigen Tages v?llig unverst?ndlichen Worte ein, denselben Begriff bezeichnendes, neues in Klammern daneben gesetzt ist. Was den Styl anbelangt, so habe ich mir keine Aenderung, keine Umschmelzung der zum Theil ?berm?ssig langen und schleppenden Perioden erlaubt; das Werk w?rde, bei einer gef?lligeren Einkleidung des Stoffes, ja nur noch ein dem Inhalte nach dem +Otto von Guericke+ angeh?rendes geblieben sein. Als v?llig unn?tz aber, weil sie ja doch nicht nachgeschlagen werden k?nnen, sind alle Hinweisungen auf die beiden ersten Theile des Werkes weggeblieben. Alles im Texte von zwei Gedankenstrichen Eingeschlossene geh?rt dem Verfasser an.

Dem Leser am Schlusse dieser Vorbemerkung noch ein Wort zur Empfehlung des kleinen Buches, welches ich hiermit in seine H?nde lege, sagen zu wollen, halte ich f?r durchaus ?berfl?ssig. +Guericke+ war Augenzeuge der Ereignisse, welche er schildert; er war verm?ge seiner amtlichen Stellung, als Rathmann und Bauherr der Stadt, sehr genau davon unterrichtet und ?berdies ein Mann von so anerkannter Ehrenhaftigkeit, dass wohl nicht im entferntesten von irgend einer absichtlichen Entstellung der Wahrheit in seiner Erz?hlung die Rede sein kann.

Fussnote:

Summarischer Begriff der Magdeburgischen Stadt-Chroniken. Magdeburg, 1587, 4.

Als durch Gottes unerforschlichen Rath und Verh?ngniss eine geraume Zeit her im heiligen r?mischen Reiche viel innerliche, schwere und blutige Kriege entstanden, dazu auch ausl?ndische Potentaten mit eingetreten , und dadurch viele D?rfer, Flecken, St?dte und L?nder ?ber alle Masse j?mmerlich verderbt und verw?stet worden, wie nicht allein aller Welt bewusst, sondern auch noch diese Stunde -- Gott erbarme sich's! -- m?nniglich vor Augen schwebet.

Demnach, und weil auch mit dem K?nige von D?nemark durch g?ttliche Verleihung Frieden geschlossen gewesen, haben, wegen solcher immer continuirenden Kriegspressuren, Einquartierungen, Durchz?ge, Contributionen und anderen Drangsale, insonderheit aber des im Jahre Christi 1629 ausgelassenen kaiserlichen Edicts, die Restitution der geistlichen, nach dem passauischen Vertrage den Katholischen entzogenen, G?ter betreffend, die evangelischen und protestirenden St?nde des Reiches am kaiserlichen Hofe viel Beschwerden, Protestationen und Klagen gef?hrt, also dass auch theils hohen, theils niederen Standes Personen -- weil sie eine allgemeine Reformation und Wiedereinf?hrung der r?misch-katholischen Religion bef?rchtet -- sich solcher Execution ermeldeten Edictes und anderer Kriegesbeschwerden durch Gewalt in der Zeit zu entbinden und der kaiserlichen und ligistischen Soldatesque mit gewehrter Hand zu widerstehen f?r das Beste und Rathsamste erachtet. Jedoch weil wegen so vielf?ltigen Klagens und anderer Ursachen die r?misch kaiserliche Majest?t im Monat Februar des 1630 Jahres einen churf?rstlichen Convent gegen den 5. Junius nach Regensburg beschrieben, ist der bedr?ngten St?nde Hoffnung, dass allen Ungelegenheiten abhelfliche Masse gegeben werden sollte, bis dahin gerichtet und verschoben worden.

Unterdessen, und bei W?hrung solcher gedachten Kriegstroublen im deutschen Reiche, sind in ~Anno~ 1629 nicht allein zwischen Albrechten Herzogen zu Friedland, als damaligen kaiserlichen Kriegsgeneral, und der weitber?hmten Hansastadt Magdeburg schwere Differentien und Feindseligkeiten entstanden, dass auch die Stadt hart darauf bloquirt, mit 16 starken Schanzen becirkelt und viel Bluts vergossen worden, sondern es haben sich ?berdies sowohl unter den B?rgern und Einwohnern dieser Stadt selbst allerhand Dissensiones und Missverst?ndnisse ereignet, vornehmlich aber und indem ein Theil der r?misch-kaiserlichen und katholischen Liga Kriegesarmeen und dero Bediente wegen der Kriegesdrangsale und zu besorgenden Reformation in der Religion ganz nicht dulden, noch ihnen trauen oder Willen und Vorschub thun, sondern dieselben vielmehr vertreiben, sich dieser Last stracker Dinge benehmen, das Kriegsvolk aus dem Erzstifte hinweg schlagen, oder, zu dessen mehreren Behuf, sich mit andern evangelischen Potentaten und St?nden verbinden und das Werk ~conjunctim~ effectuiren wollen.

Andern Theils aber so der Stadt, als einem geringen ohnm?chtigen Stande des Reichs, sich der m?chtigen Kriegsarmee zu widersetzen nicht rathen k?nnen, sondern vielmehr dem Exempel und Neutralit?t der andern benachbarten Churf?rsten und St?dte folgen wollen und also, Correspondenz mit der kaiserlichen Soldatesque zu erhalten, verwilligen th?ten, dass die kaiserlichen Offiziere in der Stadt werben, ein- und ausgehen und allerhand Nothdurft kaufen m?chten, ingleichen, dass man ihnen vor Havelberg allerhand ~Vivres~, Salpeter, Pulver verabfolgen und zuf?hren, auch in der Stadt Giesshause St?cken Gesch?tz giessen lasse, und was dergleichen Vorschub mehr -- auch der Summe Geldes von 133,000 Thalern, so die B?rgerei, wegen abgebrochener Vorst?dte und Erkaufung weiteres Festungsrechtes, der kaiserlichen Armee gleichsam zum Vorschub bezahlet und abgetragen, anitzo zu geschweigen -- die sind bei den Andern in grossen Hass und Verdacht, gleichsam als die das Papstthum bef?rdern und von der evangelischen Religion abtr?nnig werden wollten, angelassen und gehalten worden.

Solcher und anderer dergleichen Missverst?ndnisse halber der Rath zu verstatten und zu willigen keinen Umgang nehmen k?nnen, dass zur selben Zeit die B?rger aus jedem Viertel der Stadt eine Person, und also insgesammt 18 Personen -- so man Plenipotenzier genannt -- dem Rathe zugeordnet haben, als die da zugleich mit und um alle der Stadt Sachen wissen, der B?rgerschaft Beschwerden dem Rathe vortragen und also wegen ganzer Gemeine nebst dem Rath bevollm?chtigt sein und Plenipotenz haben sollten, dass der Rath, Ausschuss und Hundertmannen ohne deren Wissenschaft und Vollwort nichts schliessen noch effectuiren d?rfen oder m?gen.

Ob nun wohl -- nach dem durch des Allerh?chsten gn?dige Verleihung und der E. Hansast?dte ansehnliche Interposition der oft vorgemeldete kaiserliche Kriegsgeneral die Bloquirung wieder fallen, P?sse und Strassen er?ffnen und die um und um gemachten Schanzen und Reduiten demoliren und schleifen lassen -- dieser Plenipotenzier Amt und Beruf allein und bis so lang dieselbe Bloquirung und Kriegslast w?hren m?chte, angesehen gewesen: so hat jedoch nachmals der Rath, sie zu cassiren und abzusetzen, vor dem gemeinen Mann sich's nicht unterstehen d?rfen, sondern sie haben ihre Zusammenk?nfte in der Weinschenke zur goldenen Krone und andern H?usern ferner gehalten, einen ~Doctorem juris~ vom Neuen Markte sammt den Viertelsherrn und andern B?rgern mehr zu Rathe gezogen, auch endlich, etwa im November, an das hanseatische Directorium dessen folgenden Inhalts geschrieben: ,,Denen E. St?dten werde noch in guter Ged?chtnisse schweben, welchergestalt, seit der erlittenen Bloquirung, die Stadt Magdeburg nicht allein wegen der schweren Kriegesb?rde, sondern auch der innerlichen Differenzien halber, gedr?ckt und beschwert gewesen -- wie auch solches der Rath zu Magdeburg selbst an die E. St?dte damals geschrieben und sie, sothanen Beschwerde beiderseits abzuhelfen, ersuchet und gebeten h?tte -- ob aber wohl dem ersten Punkt, die Bloquirung betreffend, durch Gottes Verleihung abhelfliche Masse gegeben, so w?re doch der andere wegen der innerlichen Differenzien bis zur andern Zeit verschoben worden. Nun sich aber dieselbe nicht stillen, sondern je mehr und mehr ereignen wollen, als th?ten die gedachten Plenipotenzier die E. St?dte geb?hrend ersuchen, der Stadt Magdeburg, verm?ge des hansischen Bundes, in solchem Fall beizuspringen, sich wieder anher zu verf?gen und ihren guten Rath zu interponiren etc."

Worauf dann die Abgesandten der Hansast?dte im Mai des folgenden 1630. Jahres auf Befehl ihrer Obern zu Magdeburg wieder angelangt und in den Gasthof zum goldnen Arm einlogirt sind, denen dann von oftgedachten Plenipotentiariis, wie auch wohl von Theils des Rathes selbst und andern B?rgern, nicht allein die obber?hrten Misshelligkeiten sattsam m?gen entdeckt, sondern zugleich auch wegen des magdeburgischen Stadt-Regiments, folgender Bericht mag sein gegeben worden. Dass n?mlich um's Jahr Christi 1330 und der Zeit grosses Ungl?ck und Zwiespalt unter dem Rath und B?rgergemeine in dieser Stadt gewesen sei, darauf sie auch endlich im gedachten 1330. Jahre das alte Regiment -- welches damals von den Sch?ppen und Rathmannen und f?nf Innungsmeistern bestanden -- ver?ndert und, anstatt solcher, andere und mehr Personen, so da aus diesen nachfolgenden Gewerben und Handwerken, n?mlich der Gewandschneider, Kramer, K?rschner, B?cker und Brauer, Leinwandschneider, Gerber und Schuster, Knochenhauer von dem alten Scharn, Knochenhauer von dem neuen Scharn, Wandmacher, Schmiede, Goldschmiede, Maler, Glaser und Sattler, Schneider, Grobschmiede und G?rtler waren, in den Rath gesetzet und verordnet h?tten. Weil aber hierdurch das Stadt-Regiment -- derer drei und jedes von 24 Personen gewesen, die ein Jahr nach dem andern umgewechselt haben -- nicht allein sehr weitl?ufig, sondern auch die freie Wahl der geschicklichsten und weisesten Personen aus ganzer B?rgerschaft -- indem man bei den obgemeldeten Innungs-Verwandten bleiben und daraus die K?hre thun m?ssen -- g?nzlich entzogen und abgeschnitten worden, und ?berdies jede Innung f?r sich besondere Satzungen und Willk?hre , -- oft wider des Raths Willen und zu gemeiner Stadt gr?sstem Schaden -- gemacht und verordnet gehabt. Diesem nach haben, zur Abhelfung solcher und anderer obber?hrten Beschwerden, damit die gemeine B?rgerschaft bes?nftigt und nicht ein gr?sserer Zwiespalt entst?nde, die Herren Abgesandten der Hansast?dte, vermittels E. E. Raths Zuthun und Verwilligung, die ganze B?rgerschaft auf das Rathhaus erfordern und zusammen kommen lassen, um zu vernehmen, woraus eigentlich ihre Intention und Meinung best?nde, da sich denn gefunden, dass der gr?sste Haufe und sowohl die Innungs-Verwandten selbst als andere B?rger, die kein Innungsrecht gehabt, dahin gezielet, dass ein neuer und engerer Rath solle erw?hlt und die Personen in demselbigen nicht eben aus den Innungen, sondern als sie am witzigsten und t?chtigsten in der Stadt gefunden w?rden, zur Rathstelle gezogen und erkoren werden.

Ob nun bei theils Leuten die Affecten mit untergelaufen, dass sie etwa etlichen des alten Raths nicht wohl gewollt, aber anderer Gestalt die nicht aus dem Rathsstande bringen k?nnen, steht dahin; gleichwohl sind auch Viele gewesen, so allein der gemeinen Stadt Bestes darunter gesuchet und nur die Innungen und daraus herfliessende grosse Weitl?ufigkeit beim Rathe abzuschaffen vermeinet haben, wie es denn auch endlich -- zwar durch der Herren Abgesandten schweres und langwieriges Bem?hen -- mit des damals regierenden Raths und der ganzen B?rgerschaft Consens und Willen auf Mass und Weise vermittelt, beliebt und verglichen worden, wie solches die dar?ber aufgerichteten Recesse mit mehrerem besagen. Womit also der alte Rath und Herren Gesandten das Regiment -- so nach der alten Form eben 300 Jahr gestanden -- dem neuen Rathe ?berlassen haben. Ferner ist zu der Stadt hochwichtigsten Sachen ein Ausschuss von 50 Mannen, die in zwei Theile oder ~Classes~ getheilt sein, und mit dem Rathe drei ~Vota~ machen sollten, verordnet, auch Alles vollends durch die Herren Abgesandten zur Richtigkeit und guten Ordnung gebracht worden, mit der Zusage und Versprechung, da der Stadt in andere Wege etwas Widriges begegne und insonderheit da von den Kaiserlichen die Dom- und andern Stiftskirchen und Kl?ster, so da auf dem Neuen Markte und nicht unter des Raths Jurisdiction gelegen, zu ihrem Gottesdienste begehrt w?rden -- wie man sich dessen damals bef?rchtete -- dass also da, auf der von Magdeburg Ansuchen, die E. St?dte bei der Stadt Magdeburg umtreten und zu der r?m. kaiserl. Majest?t selbst schicken, der Stadt dagegen habende Privilegien, Vertr?ge und Gerechtsamkeiten allerunterth?nigst vortragen und sich des Werkes um anderer Consequenzien willen zugleich anmassen wollten.

Hierauf sind die Herren Abgesandten wiederum hinweg und zu den Ihrigen gereiset, und ist die Gemeine in solcher Hoffnung gestanden, dass es nun bei dem neuen Rath bald besser und man des Contribuirens und anderer Beschwerden, wor?ber bisher grosse Differenzien zum Theil entstanden, entl?stiget und befreiet sein werde, massen sich auch der neue Rath, alle vergebliche Spesen und Unkosten, so zuvor bei gemeiner Stadt und in den Aemtern vorgefallen, abzuschaffen und mehr Nahrung und Erwerb zur Stadt zu ziehen, fleissig angelegen sein lassen.

Es haben sich aber nach sothanem Zustande und Gelegenheit der Zeit die Beschwerden der Stadt sobald nicht remediren noch heilen lassen wollen, vorn?mlich aber des allgemeinen Kriegswesens und der kaiserl. Soldatesque halber -- als die fort im Lande geblieben und ihre Besatzungen darin unterhalten -- denn 1) nicht lange nach aufgehobener Bloquirung der Herzog zu Friedland -- auf Art und Weise wie auch in vorigen Jahren geschehen -- denen Leuten vom Lande ihr Getreide in der Stadt zu verf?hren und zu verkaufen -- ehe sie nicht die versessene Contribution und ihnen aus den Aemtern vorgesetztes Samenkorn abgestattet h?tten -- verbieten, die Strassen mit etlichen Croaten wiederum bereiten, und also die freie Zufuhr des Getreides -- ohne was etwa den Leuten zu Abstattung der Geldcontribution auf dem R?cken hinein zu tragen verg?nnet worden -- der Stadt entziehen und abschneiden lassen. 2) Weil ?berdies etliche kaiserliche Offiziere eine grosse ~Summam~ Getreides im F?rstentunm Anhalt erkaufen und nach den Seest?dten liefern wollen, ist daselbst auch das Getreide auf Theurung gehalten, und ?berdas auf die Wagen, so noch Getreide in die Stadt bringen wollen, zu Calbe und andern Orten ein oder zwei Thaler Zoll geschlagen worden. Daher 3) theils Magdeburger, sonderlich denen man bei der Bloquirung ihr Getreide im Felde abgebrannt oder die sich sonst einer Theurung bef?rchtet gehabt, bei dem obgemeldeten kaiserl. General, damals zu Halberstadt, freien Pass auf gewisse Anzahl des Getreides auswirken und f?r dergleichen Passzettel wohl 20 bis 30 Thaler spendiren m?ssen. Ob nun gleich 4) gedachter hoher Offiziere Kornhandel sich auch zerschlagen und auf Anhalten des Raths zu Magdeburg, etwa im Januario des 1630 Jahres, die Zufuhr des Getreides aus diesem anhaltischen F?rstenthum frei er?ffnet worden: so sind doch von den unreitenden Croaten und Soldaten die Reisenden und sonderlich die Ackerleute im Felde bald der Speise, bald des Samens zum Theil beraubt, auch theils dar?ber niedergeschossen worden, wie denn nicht weniger in der Ernte diese Croaten die Arbeiter auf dem Felde abzutreiben, das Getreide in den Mandeln zu zerhauen und zu zerstreuen sich unterstanden, und obgleich die hohen Offiziere auf der Stadt Klagen solches abzuschaffen sich erboten, so ist es doch im Uebrigen, wegen Sperrung der freien Zufuhr des Getreides aus dem Erzstifte und insonderheit g?nzlicher Zur?ckhaltung der Kornp?chte, Zehnten und Zinsen einen Weg wie den andern verblieben und was dergleichen Beschwerden wider den Profan-Frieden zwischen der Stadt und kaiserlicher Soldatesque mehr m?gen vorgelaufen sein, wie solches sammt und sonders aus dem Entschuldigungsschreiben, so der Rath den 10. November des 1630. Jahres wegen Receptirung des Hrn Administrators an die r?m.-kaiserl. Maj. allerunterth?nigst abgehen lassen, kann ersehen werden. 5) Hat sich begeben, dass im Monat April des oftermeldeten 1630. Jahres ins Erzstift zween kaiserliche Commissarii, namentlich Hr +Johann Reinhard von Metternich+, des Erzstiftes Mainz Dompropst, auch Administrator und Capitular des Stiftes Halberstadt, und Hr +Hans Ulrich Hemmerl+, kaiserl. Maj. Reichshofrath, angekommen sein, die haben die Huldigung wegen kaiserl. Maj. Herrn Sohnes, Erzherzogs +Leopoldi Wilhelmi+ angenommen, nach welcher Verrichtung der Rath zu Magdeburg auch zu ihnen, als kaiserl. Commissarien, hinaus auf Wolmirstedt erfordert ist, da denn auf beschehene Erscheinung den beiden Raths-Deputirten -- wiewohl ohne Befehl von kaiserl. Maj., wie die Commissarii selbst gestanden -- vorgetragen worden: n?mlich es m?chte sich's der Rath nicht lassen zuwider sein, sondern vielmehr gegen den gemeinen P?bel ihre Handbietung und Schutz dazu leihen, wenn die neuerw?hlten katholischen Domherren ihre am Neuen Markte gelegenen H?user, und was dazu geh?rig, occupirten und einn?hmen, wie denn an Seiten der Domherren wegen guter Correspondenz und Nachbarschaft man nicht w?rde zweifeln d?rfen etc.

Hierauf aber -- nachdem es des Raths Abgeordnete am geh?rigen Orte hinterbracht -- sind des folgenden Tages die kaiserl. Hrn Commissarii durch des Raths Deputirte dergestalt beantwortet: dass der Rath dieses so nicht eingehen, sondern, weil die Sachen von hoher Importanz und Consequenz, zuvor mit ihren Conf?derirten, den Hansast?dten, conferiren m?sse, massen die unterschiedlichen Vertr?ge zwischen den Erzbisch?fen, Domcapitel und der Stadt vorhanden, dass auch der Rath eher das Werk an die r?m.-kaiserl. Maj. selbsten allerunterth?nigst wollte gelangen und ihre ganze Nothdurft einwenden lassen; und ob zwar die Commissarii dagegen eingewandt, dass gleichwohl dem Rathe die Jurisdiction auf dem Neuen Markte nicht zust?ndig und es daher nicht hindern k?nnte: so hat man es doch von Seiten des Raths bei ehest gegebener Antwort bewenden lassen. 6) Ist im Anfang des folgenden Monats July bei der Nacht ein Mandat angeschlagen worden, darin denen lutherischen Canonicis und Clericis, von ihren Beneficien abzutreten und alle habende Sigilla und Anderes dem Pater +Stricerio+ einzuh?ndigen, auferlegt werden wollen. Darauf sich desselben Tages etliche unbekannte, jedoch geistliche und der katholischen Art nach angethane Personen in der Domkirche sehen und sehr harter Reden ungescheut vernehmen lassen, dass n?mlich man sie eben ansehen und kennen lernen m?chte, denn es kein Jahr anstehen sollte, dass sie wiederkommen w?rden, sodann in dieser Stadt es ?bel hergehen und man tapfer niedermetzen wollte, inmassen sie nicht allein mit dem Munde solches vorgebracht, sondern auch mit den H?nden und Geberden gezeigt.

Dieses sind also die Gravamina und Beschwerden, so der Stadt, beides in Religions- und weltlichen Sachen, seit der ausgestandenen und verglichenen Bloquirung her von kaiserl. Soldatesque und andern katholischen geistlichen Personen von neuem wieder angemuthet und zugezogen worden; der geringern und was sich etwa die Stadt, anderer Exempel nach, und in k?nftiger Zeit wegen der Reformation h?tte zu f?rchten und zu besorgen gehabt, an diesem Orte zu geschweigen und als ungeschehene Dinge in der Historie nicht zu gedenken.

Wenn dann nun hieraus und ermeldeter Ursachen und Beschwerden halber sich allgenugsam in der Stadt bei dem gemeinen Manne wiederum allerhand Misstrauen, Murren, Hass und Widerwillen gegen die kaiserl. und katholischen geist- und weltliche Bediente entsponnen und hervorgethan: so ist jedoch sowohl der Rath, als gemeine Stadt und die mehresten unter denselbigen, dem Exempel und Folge der andern benachbarten Churf?rsten, St?nde und St?dte nach, in allerunterth?nigster Devotion gegen die r?m.-kaiserl. Maj. geblieben und bestanden, in gewisser Zuversicht, es werde ja dermaleinst durch g?ttliche Verleihung das beschwerliche Kriegs- und besorgendes Reformations-Wesen auf einem ordentlichen Reichstage zum gl?cklichen Vergleich und Endschaft vermittelt und beschlossen werden. Darinzwischen hat man sich bei dem neuen Rathe das gemeine Stadtwesen und sonderlich der Kasse und K?mmerei der Stadt, so man ganz ersch?pft und noch mit Schulden beschwert gefunden, dergestalt angelegen sein lassen, damit dieselbe durch ordentliche Mittel wiederum etwas zur Aufnahme k?nne gebracht und mehr und mehr Nahrung zur Stadt gezogen werden. Zu dem Ende denn auch unter andern der Stadt vor diesem gewesener Secretarius, +Angelus Werdenhagen+, damals zu Leiden in Holland wohnend, Mittel und Wege vorschlagen wollen, wie aus den Niederlanden die Handlung und Commerzien nach Magdeburg k?nnten gebracht und sonderlich die Abfuhr des Bieres dahin bef?rdert werden. Derowegen er an den Rath geschrieben und begehret gehabt, dass K?mmerer +Oswald Matthias+ nebst Rathmann +Conrad Gerold+ und +Nicolaus Schmidt+, ein B?rger, zu ihm bis auf Bremen kommen und seine Vorschl?ge vernehmen m?chten, welches denn der Rath nicht ausschlagen, sondern vielmehr den ernannten Personen dahin zu reisen verstatten wollen, jedoch mit Befehl, da sie +Werdenhagen+ in Bremen nicht antreffen w?rden, dass sie auch weiter nach ihm nicht ziehen, den Kosten ersparen und sich wieder auf Magdeburg wenden sollten. Als aber +Werdenhagen+ allbereits hinweg und zu Hamburg gewesen, sind diese Rathsdeputirten ihm auch von Bremen aus bis dahin gefolgt, daselbst sie dann seine Vorschl?ge vernommen und angeh?rt haben. Bei Verrichtung dieses aber sind diese Raths-Abgeordneten zugleich auch bei dem Hrn Administratori des Erzstiftes Magdeburg, +Christian Wilhelm+, Markgrafen zu Brandenburg, als welcher wegen des kaiserl. Volkes aus dem Erzstifte entwichen und sich in Hamburg zur selben Zeit begeben m?ssen, unterschiedlich sowohl zur Tafel als anderer Zeit aufw?rtig gewesen, worauf sie sich endlich wiederum nach Magdeburg gewendet und zugleich einen von Ihrer F?rstl. Gn. Aufw?rtern, namentlich +Heinrich P?pping+ -- als der zuvor ein B?rger und Kaufmann in Magdeburg, aber durch unordentliches Leben Guts und Credits entgangen gewesen, -- mitgebracht, welcher dann zwei Schreiben, eins von der k?nigl. Maj. zu Schweden, das andere von des Herrn Administratoris F. Gn., beide an den Rath zu Magdeburg haltende, bei ihm gehabt, wie davon bald mit mehren folgen wird.

Des Raths Abgesandte nun, sobald sie wiederum anheim gekommen, haben dem Rathe und Ausschusse, der niederl?ndischen Handlung wegen und was darin ihre Verrichtung bei dem ermeldeten +Angelo Werdenhagen+ gewesen, Relation gethan, von dem aber, so sie bei dem Hrn Administratori verhandelt oder was Seine F?rstl. Gn. mit ihnen geredet und tractirt gehabt, ist dem Rathe und Ausschusse -- als die auch davon nichts gewusst, weniger ihren Abgeordneten deswegen etwas in Instructione mitgegeben gehabt -- keinerlei berichtet worden, allein dass hernach der eine Mitdeputirte, +Nicolaus Schmidt+, es unter die gemeinen B?rger spargirt , dass nicht allein +Conrad Gerhold+ unterschiedlich bei Hochgedachter F?rstl. Gn. gewesen, sondern sie s?mmtlich, auch einesmals einen guten Rausch bei Deroselben ?berkommen h?tten, und dass +Conrad Gerhold+ oftmals heimlich mit Ihro F?rstl. Gn. geredet; wovon es aber gewesen, h?tte er nicht erfahren k?nnen; wie er dann unterweges noch bei der Zur?ckreise den K?mmerer +Oswald Matthias+ gefragt, was doch f?r Dinge vor w?ren und was +Conrad Gerhold+ in den Herbergen und sonst beim Absteigen allemale so lange und heimlich mit +Hermann P?pping+ zu reden, er ihm darauf solle geantwortet haben, es w?ren so Dinge, aber er glaubte nicht, dass sie angingen. Ein mehres aber h?tte ihm +Oswald Matthias+ nicht entdeckt, dabei er es auch bewenden lassen m?ssen. Sonsten hat auch nach der Eroberung der Stadt oftermeldeter +Angelus Werdenhagen+ zu unterschiedlichenmalen erw?hnt, dass ihm damals in Hamburg wohl bewusst gewesen, wie der Hr Administrator von k?nigl. Maj. zu Schweden zu Occupirung und Wiedereinnehmung des Erzstiftes Magdeburg grosse Verheissungen und Assistenz erlangt h?tte, Ihre F?rstl. Gnaden auch daher gemeinet, sich mit der Stadt in eine n?here Verst?nd- und B?ndniss einzulassen, er h?tte aber zu solchen Tractaten dem +Gerhold+ nicht rathen k?nnen oder wollen, sintemal dieses ein schweres Werk, und wo der F?rst einmal auf irgend was gebracht, er nicht leicht wieder davon zu bringen noch abzuhalten w?re, sollte es gleich dessen gr?ssten Schaden causiren. Und dieses ist also des +Werdenhagen+'s Bericht von diesem Handel. +Johann Ludwig Gottfried+ aber gedenkt dessen in seinem ~Inventario Sueciae Fol.~ 249 mit folgenden Worten:

,,Als um Fastnacht ~Anno~ 1630 ein neuer engerer Rath von 24 Personen zu Magdeburg angeordnet wurde, darauf im Fr?hling 2 vornehme Rathspersonen nach Hamburg abgeschickt, die Tractaten mit Markgraf +Christian Wilhelm+, Administratorn des Erzstiftes Magdeburg, der sich damals in ihrer k?nigl. Maj. zu Schweden Schutz begeben hatte, und sich derzeit alda befand wegen gemeiner Stadt u. ff."

Dieses ist also dasjenige, was von den Sachen, so sich mit dem Hrn Erzstiftischen Administratori und den nach Bremen -- aber nicht auf Hamburg -- deputirten Magdeburgischen Rathspersonen in Hamburg begeben und zugetragen haben mag und zu meiner Wissenschaft kommen ist, aufs k?rzeste und gr?ndlichste. Nun soll ferner folgen, was des +Heinrich P?pping+'s Werb- und Verrichtung in Magdeburg gewesen; denn sobald derselbe allhier angelangt, hat er, der beiden k?nigl. schwedischen und markgr?flichen Schreiben halber, und was etwa Ihro F?rstl. Gnaden ihm weiteres in Instructione gegeben, fast drei Wochen lang in der Stadt, ehe und zuvor er sich und die Sache beim Rathe angemeldet, mit etwa 20 Personen Rathschl?ge und Tractaten gepflogen, auch theils derselben mit besonderem Eid des ~Silentii~ und Stillschweigens verkn?pfet und verbunden. Darunter gewesen sind:

+Caspar Steinbeck+, ein Rathsherr, welcher in der Wahl des neuen Raths die erste Person gewesen,

+Martin Parmann+, ein Viertelsherr, so auch bei dieser Rathsver?nderung der Gewandschneider-Innungsmeister und Ausschussverwandter geworden,

+Hans Schoff+, welcher vor diesem beim alten Rath gewesen, aber etlicher Ursachen halber nicht wieder dazu gezogen worden. etc.

Ob nun oftermeldeter +Heinrich P?pping+ dieser Sachen halber, n?mlich zwischen hochgedachtem Hrn Administratori und der Stadt Magdeburg eine Allianz und Verbindung zu werben und zu stiften, vorl?ngst von Etlichen aus der Stadt sei abgefertigt gewesen, ist bis daher nicht g?nzlich offenbar geworden; gleichwohl m?gen auch nachfolgende Umst?nde nicht gar stillschweigend ?bergangen werden.

Ein mehres aber, oder dass sich die Stadt Magdeburg mit dem K?nige in Verb?ndnisse geben m?chte, ist in diesem Schreiben nicht gestanden. Das andere Schreiben, so vom Hrn Administrator, war ein Creditiv, gehend auf die Instruction, die dann in nachfolgenden Punkten bestanden:

Dabei auch letztlich von dem +Stalmann+ erinnert worden, dass er gar nicht lange Zeit h?tte, sondern bald weiter reisen m?sse, und st?nde ihm auf eine verabs?umte Stunde Leib- und Lebensgefahr; derowegen sich der Rath ja eilig eilig erkl?ren wolle, welches Alles also die Deputirten des Raths ~ad referendum~ angenommen, und folgenden Tages, den 30. July, dem ganzen Rathe hinterbracht haben, darauf der Rathsschluss also gemacht worden, dass man die Sache folgendes dem Ausschusse vortragen, und, wenn es demselben mitbeliebig, an die E. Hansast?dte bringen wolle.

Desselben Tages hat +Martin Parmann+ -- der ein Ausschusses-Verwandter, Viertelsherr und Gewandschneider-Innungsmeister und mit unter den obgemeldeten beeideten Personen gewesen -- die gesammten Viertelsherren zu sich in sein Haus erfordert, dieselben zum Eid, alles, was vorgebracht werden w?rde, in geheim zu halten, gen?thiget und ihnen endlich vorgetragen, dass ohne dies aus dem gemeinen Ger?cht genugsam bekannt, wie der Rath von K?nigl. Maj. zu Schweden und Hrn Administratoris F?rstl Gn. Schreiben bekommen, sich mit ihnen in eine Allianz und B?ndniss zu begeben, nun aber der Rath solche Schreiben fast ein halb Jahr lang -- das doch nicht also, sondern nicht ?ber 8 Wochen gewesen -- der B?rgerschaft heimlich vorenthalten, und nunmehro Ihre Maj. zu Fortstellung dessen einen eigenen Gesandten -- den auch die Viertelsherren wohl alsofort selbst hier?ber h?ren k?nnten -- anhero geschickt h?tten, als w?re die Frage, ob sie nicht vom Rathe die Schl?ssel zu den Thoren abfordern und mit dem Gesandten selbst tractiren wollten, und obwohl theils Viertelsherren -- darunter vorn?hmlich +Heinrich Hartmann+ -- dazu eingestimmt, so haben die mehresten, dass man's also scharf nicht anfangen, sondern sich lieber gegen dem Rathe mit Protestation verwahren m?chte, gerathen.

Den 31. July ist, auf Erfordern des Raths, der Ausschuss, oder die Funfzigmannen von der Gemeine, zu Rathhause erschienen, denen dann das Werk vorgetragen und darauf von ihnen durch die mehresten Stimmen dieser Schluss, dass sie mit dem Rath einig w?ren und alles auf Einrathung der E. Hansast?dte wollten beruhen lassen, gemacht worden -- wiewohl in der ersten Klasse des Ausschusses zwei Viertelsherren, +J?rgen Schl?ter+ und +Jacob Beckmann+, nach derselben Classis eingebrachten ~Voto~, im Namen gesammter Viertelsherren, gegen den Rath protestirt und bedinget haben, dass, weil der Rath dieses Vereinigungswerk so lang unter sich tractiret und der B?rgerschaft oder Ausschusse vorenthalten h?tte, sie an ihrem Orte vor der ganzen B?rgerschaft, was hierin verabs?umt w?re, entschuldiget sein wollten etc. -- welchen ermeldeten Raths und Ausschusses Schluss der Rath noch gegen Abend dem +Stalmann+ also hinterbringen lassen. Es mag aber derselbe von denen oftermeldeten Personen, die stets bei ihm ab- und zugegangen, ziemliche Nachricht bekommen haben, dass die B?rgerschaft zu solchem Werk wohl inclinirt und bei derselben eher etwas, als beim Rathe, w?rde k?nnen erlangt werden, wie dann +Stalmann+ solches selbsten, nachdem er bei dem schwedischen Feldmarschall +Johann Banner+ in Ungnade kommen, in seiner Apologia, so er bei seiner Flucht contra denselben Hrn Feldmarschallen gemacht, unter andern in folgenden Worten bekennet: ,,Mit solcher von k?nigl. Maj. zu Schweden erlangter Resolution und Instruction bin ich aus Schweden auf Hamburg wieder gelanget und haben J. F. Gn., wider meinen Willen, auf andern Rath, zugleich mit hinaufw?rts, wohin meine Expedition gewesen, und in Magdeburg zu gehen, jedoch mit Vertr?stung, sich allda in der Stille bis auf andere, bessere Occasion zu verhalten, gestalt Sie auch allda empfangen und doch stracks -- durch die vermittels wenigster Rathspersonen und der von papstischen Domherren irritirten Populace an Hand gegangene Occasion -- zu einem mehren gegriffen und gebrauchet, womit sie dann neben Ihro, zugleich auch mich, in eben dieselbe Occasion gezogen und dahin necessirt haben, dass ich, wie geschehen, mit handhabender k?nigl. Instruction auch mich blossgegeben und Inhalts deroselben zu negotiiren allda angefangen und den Ausgang an den lieben Gott gestellet etc."

Add to tbrJar First Page Next Page

 

Back to top